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Anonym surfen im Internet

Seitdem im November des Jahres 1990 die erste private Homepage von Tim Berners-Lee auf einem NeXT-Server veröffentlicht worden ist, hat sich das World Wide Web im geschäftlichen und privaten Bereich rasant entwickelt. Millionen von Menschen bieten heute weltweit Waren und Informationen im Internet an und eine noch höhere Zahl greift auf diesen Pool an Angeboten zu. Fast ungehindert hat sich dieser Austausch an Informationen und Daten global zwischen den Nutzern entwickeln können. So war es letztlich nur eine Frage der Zeit bis der Staat regulierend in dieses „bunte Treiben“ eingreift. „Vorratsdatenspeicherung“ nennt sich dieses Reglement, welches die Speicherung der Verbindungsdaten von Nutzern des Internets vorsieht.

Die meisten Personen, die über eine herkömmliche Internetverbindung surfen, nutzen dazu ebenso wie Sie eine von Ihrem Provider zur Verfügung gestellte öffentliche IP. Wenn Sie auf irgendeinen Dienst im Internet, z.B. eine Website zugreifen, erkennt die Gegenseite diese IP und weiß somit, wohin die angeforderten Informationen geschickt werden sollen. In den meisten Fällen wird diese Nummer zusammen mit weiteren Informationen, wie z.B. einer History, der Uhrzeit und der Webbrowser-Version in einer Datei gespeichert. Bei gewerblichen Internetanschlüssen laufen diesen Anfragen und Informationen oftmals über Zwischenstellen, so genannte Proxy-Servern. Auch hier werden alle Daten umfangreich gespeichert, die generell lediglich eingeschränkt genutzt werden dürfen. Betreiber von Webseiten beispielsweise benötigen und nutzen diese Daten aus marketingtechnischen Gründen und zur Verbesserung ihrer Homepage.

Deine IP-Adresse ist:38.107.179.217
Dein Hostname ist:38.107.179.217

Allerdings hat längst nicht jeder positive oder neutrale Absichten beim Auswerten Ihrer „Logfiles“. In letzter Zeit hat sich zum Teil ein regelrechter Trend zum Ausspionieren des Nutzers entwickelt. Dies reicht von personalisierter Massenwerbung bis hin zu gefälschten Bankmails.

Mittlerweile gibt es jedoch eine Vielzahl an Möglichkeiten, mit denen Sie sich den neugierigen Blicken Dritter entziehen können. Solche Anonymisierungsdienste funktionieren vom Prinzip recht einfach, indem sie sich oft eines eigenen Proxy-Servers bedienen. Die Datenpakete, die Sie beispielsweise beim Besuchen einer Website senden, werden einfach über den „Anonymisierer“ weitergeleitet. Somit surfen Sie nicht direkt auf dieser Seite und in der Log-Datei des Betreibers erscheinen ausschließlich die Daten des Anonymisierungsdienstes. Im Idealfall sind dies nur noch wenige Daten vom eigenen Rechner oder der eigenen IP.

Mit der Zeit haben sich verschiedene Möglichkeiten zur Nutzung einen solchen Services entwickelt. Am einfachsten funktioniert das anonyme Surfen direkt auf der Website eines solchen Betreibers. Dazu geben Sie im entsprechenden Feld Ihre Zieladresse ein, sodass der Dienst Sie direkt auf die gewünschte Homepage weiterleiten kann und Sie somit weitgehend anonym surfen. Es gibt diverse Sicherheitsstufen, zwischen denen Sie wählen können, deren Dienste für Sie aber zumeist kostenfrei sind. Jedoch müssen Sie bei dem Wunsch eines hohen Schutzes eine entsprechende Gebühr entrichten.

Ein Beispiel hierfür ist Guardster.com: hier wird das CGIProxy-Skript genutzt. Zudem haben Sie außerdem die Möglichkeit, die Sicherheitsstufe Ihrem Surfverhalten anzupassen. Durch das Weiterleiten über die Guardster-Proxys geht zwar knapp zwanzig Prozent der „Surfgeschwindigkeit“ verloren, jedoch werden die angeforderten URLs sehr gut verschlüsselt, was eine Nachverfolgung fast unmöglich macht.

Bezüglich der Geschwindigkeit ist Anonymizer.com deutlich besser. Fast verlustfrei werden Sie hier ähnlich wie bei Guardster über Proxys weitergeleitet. Allerdings werden leider einige Seiten komplett gesperrt und der Schutz ist zudem nur mäßig.

Anonymisation.net dagegen bieten zum normalen Webinterface noch eine Toolbar für den Browser. Diese vereinfacht Ihnen sehr stark das Aufrufen neuer Seiten und macht die Bedienung deutlich unkomplizierter. Das größte Manko jedoch ist, dass hier Java-Skript weiterhin aktiv bleibt, was ein deutliches Sicherheitsrisiko darstellt.

Eine andere Möglichkeit der Anonymisierung sind Programme wie „Jap“ oder „Tor“. Hierzu müssen Sie sich ein Programm herunterladen und es lokal auf dem Computer installieren. Das schränkt die Nutzung beispielsweise im Internetcafé oder am Arbeitsplatz ein, jedoch ist es die sicherste Variante, sich anonym im Netz zu bewegen.

Im Gegensatz zu den Webdiensten surfen Sie hier über eine Zusammenstellung verschiedener Zwischenstationen, so genannten „Mixkaskaden“, sodass die Verbindung auf der einen Seite verschleiert wird. Anderseits werden die Internetverbindungen unter den vielen verschiedenen Benutzern dieses Systems versteckt. Somit ist es nicht einmal dem Betreiber dieses Dienstes möglich, die Verbindungen dem einzelnen Benutzer zuzuordnen.

Ob es sich nun um einen Webdienst oder ein lokales Programm handelt, schützen können und sollten Sie sich heutzutage beim Besuchen bestimmter Seiten in jeden Fall. Dabei sollten Sie jedoch nie außer Acht lassen, dass es einen hundertprozentigen Schutz nicht geben kann. Auch durch das Nutzen bestimmter Anonymisierungsdienste am Arbeitsplatz, können Sie bei findigen Administratoren den Verdacht gezielt auf sich ziehen und somit Ihr Beschäftigungsverhältnis riskieren. Oftmals sind solche Programme oder Dienste vom Arbeitgeber strikt verboten. Des Weiteren sind kostenlose Dienste oft sehr langsam und bieten nur mäßigen Schutz. Da die Maßnahmen aber stetig verbessert werden, sollten Sie sich regelmäßig über neue Entwicklungen informieren.

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